Preisverleihung

Der Preisverleihung im Wettbewerb »Excellence in Production« wird jedes Jahr mit besonderer Spannung entgegengesehen. Feierlich wird am Vorabend des Kolloquiums im Krönungssaal des Aachener Rathauses der Gesamtsieger zum »Werkzeugbau des Jahres« gekürt.

Die Preisverleihung fand am 13. November 2019 im Krönungssaal der Aachener Rathauses statt - am Vorabend des 19. Internationalen Kolloquiums »Werkzeugbau mit Zukunft«.

Wo früher ein Teil des Krönungszeremoniells römisch-deutscher Könige und Kaiser abgehalten wurde, werden heute Finalisten und Gesamtsieger im Wettbewerb »Excellence in Production« zum »Werkzeugbau des Jahres« gekürt

Wo früher ein Teil des Krönungszeremoniells römisch-deutscher Könige und Kaiser abgehalten wurde, werden heute Finalisten und Gesamtsieger im Wettbewerb »Excellence in Production« zum »Werkzeugbau des Jahres« gekürt

Gelungene Premiere: Fritz Stepper ist Werkzeugbau des Jahres 2019

Zum ersten Mal dabei und gleich gewonnen: Die Fritz Stepper GmbH & Co. KG aus Pforzheim konnte in diesem Jahr den Wettbewerb »Excellence in Production« für sich entscheiden und trägt damit den Titel »Werkzeugbau des Jahres 2019«.  

Einige der Finalisten im Branchenwettbewerb »Excellence in Production« nehmen schon seit vielen Jahren teil und nutzen ihre Ergebnisse, um sich stetig weiter zu verbessern. In diesem Jahr jedoch betrat ein neues Unternehmen die Bühne und belegte mit exzellenten Werten im Unternehmensvergleich prompt den ersten Platz: Die Fritz Stepper GmbH & Co. KG überzeugte mit ihrer erstmaligen Teilnahme die Wettbewerbsjury. Während der feierlichen Abendveranstaltung am 13. November 2019 im Krönungssaal des historischen Aachener Rathauses nahm Michael Stepper, Geschäftsführer in Inhaber der Fritz Stepper GmbH & Co. KG, vor rund 300 Gästen den begehrten Preis stellvertretend für die Mitarbeiter des Pforzheimer Unternehmens entgegen. Die Laudatio hielt Dr. Sven Holsten, Werkzeugbauleiter des Vorjahressiegers Phoenix Contact GmbH & Co. KG.

Fritz Stepper GmbH & Co. KG: Technologieführer bei hochpräzisen Folgeverbundwerkzeugen

Ausschlaggebend bei Fritz Stepper war für die Jury die klare Fokussierung auf hochpräzise Folgeverbundwerkzeuge für Elektronikkomponenten und die stetige Entwicklung  neuer Lösungen, die dem Unternehmen als Differenzierungsmerkmal für die Technologieführerschaft dienen. Der Einsatz qualitativ besonders hochwertiger Maschinen mit geringem Durchschnittsalter und der hohe Automatisierungsgrad in der Fertigung fielen ebenso positiv ins Gewicht. Fritz Stepper erhielt außerdem von der Jury herausragende Bewertungen hinsichtlich Mehrmaschinenbedienung, Rüst- und Programmierzeiten sowie Maschinenauslastung. Nicht zuletzt lobte die Jury die Entwicklung intelligenter Werkzeuge mit integrierter Sensorik zur Erhebung, Speicherung und Verarbeitung von Daten aus dem Produktionsprozess sowie den Einsatz entsprechender Aktorik.
 
Die Fritz Stepper GmbH & Co. KG wurde 1965 gegründet und steht seither als Vorreiter für Innovationen im Werkzeugbau: Neben dem weltweit ersten modular aufgebauten Stanzwerkzeug entwickelte das Unternehmen ein ebenfalls modulares Kombiwerkzeug, bei dem mehrere Bänder gleichzeitig eingezogen, bearbeitet und montiert werden. Am Anfang stand die Idee des modularen Aufbaus von Folgeschnittwerkzeugen, die 1975 umgesetzt wurde und vom Unternehmen heute als Wendepunkt zum modernen Werkzeugbau bezeichnet wird: ein universelles, nutzerfreundliches Grundwerkzeug, das mittels modularer Einschübe zum individuellen Werkzeug für komplette Teilefamilien wird. Als neueste Entwicklung bietet Fritz Stepper ein Micro-Modular-System für kleinste Kontaktteile bei höchsten Hubzahlen an.  
 
Mit einer Fertigungstiefe von 100 Prozent, die bei eigener CAD/CAM-Software beginnt und bis zu dem von der Jury besonders hervorgehobenen hochmodernen Maschinenpark reicht, sieht sich das Unternehmen gerüstet für die schnelle Umsetzung individueller Kundenanforderungen. Durch eigene Beschichtungsanlagen ist Fritz Stepper zudem in der Lage, alle aktiven Bauteile mit speziellen Hartstoffschichten zu veredeln, um besonders lange Standzeiten zu erzielen.

Auch bester externer Werkzeugbau mit mehr als 50 Mitarbeitern

Neben dem Gesamtsieg gewann Fritz Stepper auch die Auszeichnung in der Kategorie »Externer Werkzeugbau über 50 Mitarbeiter«. Als weitere Finalisten dieser Kategorie zeichnete die Jury außerdem die Fischer GmbH aus Geringswalde in Sachsen und die Color Metal GmbH aus Heitersheim bei Freiburg im Breisgau mit einer Urkunde aus.

Sieger in der Kategorie »Interner Werkzeugbau unter 50 Mitarbeiter« ist die Hilti AG

Der Sieg in der Kategorie »Interner Werkzeugbau unter 50 Mitarbeiter« geht in diesem Jahr an die Hilti AG aus Schaan in Liechtenstein.
 
Zu den besonderen Stärken des internen Werkzeugbaus bei Hilti zählte die Jury die gute Fokussierung auf die Kernkompetenzen und die klare Positionierung als Kompetenzzentrum für die Massivumformung, das Produktentwicklung und Serienproduktion weltweit unterstützt. Zur Bewältigung kapazitiver Engpässe setze der Hilti-Werkzeugbau auf die systematische Fremdvergabe einzelner Werkzeugkomponenten im Rahmen eines definierten Make-or-BuyProzesses. Ein besonderer Pluspunkt sei außerdem die hohe Bekanntheit der Vision und Strategie in der Belegschaft und die Unterstützung des Informationsflusses duch eine durchgängige Installation von Shopfloorboards mit Kennzahlen, Zielen und allgemeinen Mitarbeiterinformationen.  
 
Die Hilti Gruppe ist ein weltweit bekannter Anbieter von Produkten, Systemlösungen, Software und Serviceleistungen für die Bauindustrie. Der interne Werkzeugbau am Hauptsitz in Schaan, Liechtenstein, besteht seit 1999. Seine Aufgabe ist es neben der Werkzeugversorgung, im Verbund mit der Konzernforschung und Produktentwicklung, neue Werkzeuge und Fertigungskonzepte zu entwickeln. Zusätzlich versorgt und unterstützt der Werkzeugbau auch die internationalen Fertigungsstandorte.

Als weitere Teilnehmer haben es die Ensinger GmbH am Standort Cham in der Oberpfalz sowie die Schürholz GmbH & Co. KG Stanztechnik aus Plettenberg im Sauerland bis ins Finale geschafft.

Gewinner der Kategorie »Interner Werkzeugbau über 50 Mitarbeiter« ist die ZF Friedrichshafen AG am Standort Schweinfurt

Bester »Interner Werkzeugbau über 50 Mitarbeiter« wurde die ZF Friedrichshafen AG, Standort Schweinfurt.  
 
Die ZF Friedrichshafen AG, Standort Schweinfurt, überzeugte die Jury durch eine Vielzahl an Industrie-4.0-Lösungen, wie die automatisierte Erstellung von Arbeitsplänen auf Basis einer algorithmisch gestützten Analyse von CAD-Daten und ihren Ansatz zur ganzheitlichen Umsetzung der getakteten Einzelteilfertigung. Der sehr hohe Automatisierungsgrad und die technologieübergreifende Verkettung von Maschinen mit individuellen Eigenentwicklungen führten dabei zu herausragenden Ergebnissen. Das Unternehmen habe bereits verschiedene Lösungen der Industrie 4.0 konkret umgesetzt, um die interne Wertschöpfung weiter zu verbessern. Dem Werkzeugbau sei es damit auf hervorragende Weise gelungen, sich als konzernweites Technologiecenter für die Industrie 4.0 zu positionieren, so das Urteil der Jury.  
 
Die ZF Friedrichshafen AG ist ein weltweit führender Technologiekonzern in der Antriebs- und Fahrwerktechnik sowie der aktiven und passiven Sicherheitstechnik und zählt zu den drei größten Automobilzulieferern weltweit. Das TechCenter Werkzeuge, Messmittel und Automation am Standort Schweinfurt ist dabei ein strategisches Competence Center für Schneid- und Umformwerkzeuge sowie Messanlagen. Das Werkzeugportfolio umfasst komplexe Stufen-, Folge- und Einzel-Werkzeuge, sowohl für die Kaltmassivumformung als auch für die Blechumformung im Dick- und Dünnblechbereich sowie Werkzeuge für Faserverbundkunststoffe und zunehmend Anwendungen für Komponenten für die Elektromobilität. Hinzu kommt ein breites Spektrum an hochpräzisen Prüf- und Messmaschinen und Klein-Automationen.
 
Weitere Finalisten in dieser Kategorie waren die Kirchhoff Automotive Deutschland GmbH aus Attendorn im Sauerland, die Hirschvogel Umformtechnik GmbH aus Denklingen in Oberbayern und die Dräxlmaier Group aus dem niederbayerischen Vilsbiburg.

Bester »Externer Werkzeugbau unter 50 Mitarbeiter« ist W. Faßnacht Werkzeug- und Formenbau

Gewinner in der Kategorie »Externer Werkzeugbau unter 50 Mitarbeiter« ist W. Faßnacht Werkzeug- und Formenbau aus Bobingen bei Augsburg.

Die Jury lobte bei W. Faßnacht Werkzeug- und Formenbau besonders den klaren Fokus des Unternehmens auf die Herstellung komplexer Spritzgießwerkzeuge. Diese kommen in unterschiedlichen Branchen zum Einsatz. Das breite Kundenspektrum stellt sicher, dass Abhängigkeiten von einzelnen wenigen Kunden und Branchen langfristig vermieden werden. Auch W. Faßnacht verfügt über einen hohen Automatisierungsgrad durch eine technologieübergreifende Verkettung und profitiert damit bei allen Fertigungstechnologien von kurzen Programmier- und Rüstzeiten. Das Unternehmen lebe eine   familiäre Arbeitsatmosphäre mit hoher Eigenverantwortung der Mitarbeiter und falle durch eine sehr hohe Anzahl an Schulungstagen sowie die konsequente Nutzung industrieller Standards besonders positiv auf, stellte die Jury in ihrer Bewertung fest.
 
Der W. Faßnacht Werkzeug-Formenbau hat 1990 als »Garagen-Betrieb« mit drei Mitarbeitern angefangen. Seither hat das inhabergeführte Unternehmen ein stetiges und gesundes Wachstum vollzogen und beschäftigt heute 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Faßnacht versteht sich sich als kleine, aber hochleistungsfähige Werkzeugmanufaktur im Bereich anspruchsvoller Spritzgießwerkzeuge und beliefert branchenübergreifend Kunden aus der ganzen Welt mit verlässlichen Lösungen für komplexe Anforderungen.
 
Als weiterer Finalist in der Kategorie »Externer Werkzeugbau unter 50 Mitarbeiter« wurde die Opus Formenbau GmbH & Co. KG aus Schönau im Odenwald ausgezeichnet.
 
Das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT und das Werkzeugmaschinenlabor WZL der RWTH Aachen ermittelten gemeinsam mit einer fachkundigen Jury die besten Werkzeug- und Formenbaubetriebe in vier Kategorien auf der Grundlage eines ausführlichen Vergleichs und besuchten diese vor Ort: Die zehn Juroren aus Industrie, Politik, Verbänden und Wissenschaft bestimmten anschließend die zwölf Finalisten, die Kategoriesieger sowie den Gesamtsieger. Insgesamt hatten sich 342 Werkzeug- und Formenbau-Betriebe am Wettbewerb beteiligt, 303 von ihnen hatten den Fragebogen vollständig ausgefüllt, 50 von ihnen kamen in die engere Auswahl. Der Wettbewerb »Excellence in Production« fand in diesem Jahr bereits zum 16. Mal statt. Am Tag nach der Preisverleihung stellten ausgewählte Unternehmen ihre Erfolgsstrategien auf dem 19. Internationalen Kolloquium »Werkzeugbau mit Zukunft« im Aachener Quellenhof vor.

Neue Chance im nächsten Jahr

Auch im kommenden Jahr werden sich die besten Werkzugbau- und Formenbaubetriebe wieder untereinander messen. Interessenten können sich schon jetzt unter www.excellence-inproduction.de detailliert über den Wettbewerb informieren und sich registrieren. Alle Teilnehmer des Wettbewerbs erhalten eine individuelle Auswertung über Ihre Stärken und Verbesserungspotenziale.
 
Nach der Anmeldung füllten alle Teilnehmer zunächst nur den ersten Teil des Fragebogens mit einer geringen Anzahl zentraler Fragen aus und erhielten auf dieser Basis eine erste Kennzahlenauswertung. In der zweiten Wettbewerbsphase waren dann detailliertere Fragen zu beantworten. Unter allen Teilnehmern der zweiten Phase wurden außerdem zwei zusätzliche Vor-Ort-Besuche der Aachener Werkzeugbau-Experten verlost.
 
Der diesjährige Wettbewerb und das 19. Internationale Kolloquium »Werkzeugbau mit Zukunft« wurden von den Unternehmen Hasco Hasenclever GmbH + Co. KG, der Böhler-Uddeholm Deutschland GmbH, der WBA Aachener Werkzeugbau Akademie GmbH und dem Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V. sowie dem Kunststoffcluster Österreich und dem Schweizer Werkzeugbau-Verband Swissmem unterstützt. Die Medienpartner VDI nachrichten, FORM+Werkzeug sowie werkzeug&formenbau fördern den Wettbewerb durch ihre umfassende Berichterstattung über die Sieger und Finalisten. Weiterer Partner des Wettbewerbs ist die Messe »Formnext«. Die Messe findet vom 19. bis 22. November 2019 in Frankfurt am Main statt und bietet den Teilnehmern eine weitere Plattform zur Präsentation. Der Startschuss für den Wettbewerb des Jahres 2020 fällt ebenfalls zum Messebeginn.
 

Preisverleihung im Wettbewerb »Excellence in Production« im Krönungssaal des Aachener Rathauses

Preisverleihung im Wettbewerb »Excellence in Production« im Krönungssaal des Aachener Rathauses